Struktur
Welche Gestalt, Bestandteile und Anordnungen sind vorhanden und beobachtbar?
LEBEN · MENSCHLICHE VERKÖRPERUNG
Den eigenen Körper erleben. Seine Bedingungen beobachten. Beziehungen und Wirkungen verstehen lernen.
Leben organisiert sich selbst und ist zugleich in sein Milieu eingebettet und mit anderem Leben verwoben. Deshalb betrachten wir jede Lebensform im Zusammenhang ihrer Bedingungen, Beziehungen und Verhältnisse.
Zurück zum Lebenszusammenhang
KörperVitalistik richtet den Blick auf menschliche Verkörperung und ihre Bedingungen. Eine einzelne Körperregion kann zum Fokus werden. Ihre Verbindung zum ganzen Menschen und seinem Milieu bleibt dabei Teil der Untersuchung.
Menschen unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen und unterschiedlichen Erfahrungen können ihre eigenen Beobachtungswege wählen. Die folgenden Beispiele lassen sich an deine vertrauten Alltagssituationen anpassen.
Welche Gestalt, Bestandteile und Anordnungen sind vorhanden und beobachtbar?
Was geschieht mit diesen Strukturen unter konkreten Bedingungen? Welche Abläufe kannst du beschreiben?
Welche Veränderungen bemerkst du beim Menschen und in seiner Umgebung? Welche Zusammenhänge sind beobachtet und welche bleiben zu prüfen?
Fuß, Boden und Gleichgewicht
Betrachte einen gewöhnlichen Schritt: Welche Teile des Fußes berühren den Boden? Wie verändert sich die Stellung beim Abrollen? Welche Unterschiede bemerkst du auf festem Boden und auf einer Wiese?
Deine Aufgabe: Beobachte eine vertraute Bewegung in einer sicheren Alltagssituation. Beschreibe Form und Stellung, Bewegungsablauf und die wahrgenommenen Wirkungen getrennt.
Diese Beobachtung im VIS beginnenBrustkorb, Luft und Aktivität
Nimm das Ein- und Ausatmen in Ruhe und nach einer gewohnten Alltagsbewegung wahr. Was siehst oder spürst du? Welche Bedingungen unterscheiden die beiden Momente?
Deine Aufgabe: Beschreibe deinen beobachteten Atemrhythmus, sichtbare Bewegungen und die Umgebung, ohne daraus eine Diagnose abzuleiten.
Diese Beobachtung im VIS beginnenHände, Gegenstände und gemeinsames Tun
Beobachte, wie du eine Tasse hältst oder mit einem vertrauten Werkzeug arbeitest. Welche Anordnungen erkennst du an Hand und Gegenstand? Was verändert sich beim Greifen?
Deine Aufgabe: Unterscheide die vorhandenen Strukturen, das konkrete Tun und seine Wirkungen auf den Gegenstand und deine Umgebung.
Diese Beobachtung im VIS beginnenSinne, Empfinden und Beziehungen
Betrachte eine Begegnung oder einen Moment in der Natur. Was ist gesehen, gehört, ertastet oder empfunden? Was ergänzt du bereits durch deine Deutung?
Deine Aufgabe: Halte eine eigene Wahrnehmung fest und kennzeichne Vermutungen über das Erleben anderer Menschen als Vermutungen.
Diese Beobachtung im VIS beginnenVersorgung, Ruhe und Schlaf
Vergleiche zwei vertraute Alltagssituationen: eine Mahlzeit in Ruhe und unter Zeitdruck oder zwei unterschiedliche Ruhephasen. Was kannst du konkret beschreiben?
Deine Aufgabe: Notiere Zeitpunkt, Umgebung, eigene Wahrnehmung und mögliche Veränderungen. Eine zeitliche Folge allein belegt noch keine Ursache.
Diese Beobachtung im VIS beginnenEinatmen und Ausatmen, Bewegung und Ruhe, Aufnahme und Abgabe, Anspannung und Entspannung eröffnen unterschiedliche Blickwinkel. Beobachte ihren Verlauf und ihre Bedingungen, ohne daraus eine allgemeingültige ideale Balance abzuleiten.
Vergleiche konkrete Momente. Was bleibt beständig, was verändert sich und welche anderen Erklärungen wären möglich? Entwicklung, Lernen und Altern gehören ebenfalls zur zeitlichen Betrachtung.
Im Lernzirkel könnt ihr Beobachtungen nebeneinanderstellen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und offene Fragen formulieren. Persönliche Wahrnehmung, Erklärung und belegte Wirkung bleiben unterscheidbar.
Community und Lernzirkel kennenlernenDieser Zugang dient der Lebensbeobachtung und dem Lernen. Er ersetzt keine individuelle Untersuchung oder Behandlung.
KÖRPERVITALISTIK · BEOBACHTUNG UND EINORDNUNG
Atmung und Herzschlag haben einen zeitlichen Verlauf. Die folgende Animation veranschaulicht ausschließlich langsamere und schnellere Rhythmen. Sie zeigt keine Messung, keine Normwerte und keine Diagnose. Tageszeit allein bestimmt keinen solchen Rhythmus.
Starte mit dem Beobachten. Danach kannst du eine Erklärung lesen oder vorlesen lassen und eine eigene Frage entwickeln. Das Tempo bestimmst du.
Deine Frage:
Anaboler Stoffwechsel: Aus kleineren Bausteinen werden größere Moleküle und Zellbestandteile aufgebaut; dafür werden Energie und Ausgangsstoffe benötigt.
Kataboler Stoffwechsel: Moleküle werden abgebaut. Dabei können nutzbare Energie und Bausteine für weitere Vorgänge bereitgestellt werden. Beide Prozessrichtungen sind miteinander verbunden.
Ruhe und Aktivität geben Anlass zum Vergleichen. Sie sind keine pauschalen Schalter zwischen „nur Aufbau“ und „nur Abbau“. Atem- oder Pulsrhythmus ist ebenfalls kein unmittelbarer Messwert für einen bestimmten anabolen oder katabolen Stoffwechselweg.
Die biochemischen Bezeichnungen und das körpervitalistische RSD-Modell bleiben unterscheidbar: Resonanz und Dissonanz werden auf eine eindeutig bezeichnete Sache bezogen. Ein Stoffabbau kann etwa Bausteine für den Aufbau einer anderen Sache bereitstellen. Die Einordnung benötigt deshalb einen konkreten Bezug.
Sachquelle: The Cell – Biosynthesis of Cell Constituents, NCBI Bookshelf. Die Quelle erläutert Stoffwechselvorgänge und definiert keine RSD-Begriffe.
Großer Kreis: Atembewegung. Kleiner Kreis: Pulsfolge.
Vergleich derselben Vorgänge mit verändertem Tempo.
Wähle einen konkreten Gegenstand, etwa die Häufigkeit deiner Atembewegungen in einem bezeichneten Zeitraum. Vergleiche denselben Gegenstand unter benannten Bedingungen. Herzschlag oder ein anderer Vorgang werden gesondert untersucht.
Aufbau und Entwicklung (Resonanz): die aufbauende Wirkungsrichtung der eindeutig bezeichneten Sache – was sie aufbaut, anreichert, verdichtet, ausdehnt, stärkt, bildet, erhält oder entwickelt.
Entgegenwirkende Richtung (Dissonanz): was die Resonanz dieser Sache hemmt, bremst, begrenzt, blockiert, vermindert, auflöst oder verhindert.
Die Begriffe werden hier im körpervitalistischen RSD-Modell der Akademie verwendet. Sie bedeuten nicht automatisch gut oder schlecht. Rückzug wird stets in Bezug auf die konkret bezeichnete Sache eingeordnet. Eine entgegenwirkende Kraft kann selbst Gegenstand eines eigenen Durchlaufs sein.
Zustand (Sonanz) und Wirkungsrichtung werden getrennt bestimmt. Eine Illustration oder ein einzelner Zeitpunkt begründet keine Dominanz.
Deine Aufgabe: Beschreibe zuerst, was du körperlich wahrnimmst oder tatsächlich erfasst hast. Benenne Situation, Zeitraum und Bedingungen. Unterscheide den Verlauf von deiner Erklärung dafür.
Atembeobachtung im VIS beginnen Pflanzen, Tiere und Lebensräume vergleichenEIN KONKRETES FORSCHUNGSBEISPIEL
Ein Beobachter am Bach verbindet Außenleben und Innenleben. Verfolge Wasser, Luft und pflanzliche Nahrung; beziehe Stadt, Kläranlage, Tierwelt und Naturraum als eigene Untersuchungsgegenstände ein.
Tag und Nacht, Nahrung und Rückzug: Was ist an der Szene tatsächlich sichtbar, welche Beziehungen und Bedingungen möchtest du untersuchen?
Das Außenleben erkundenWasser-, Luft- und Stoffwege im Körper: Die schematischen Darstellungen erschließen Fragen zu Struktur, Funktion und Wirkung.
Das Innenleben erkundenVIS begleitet dich beim Lesen, Erkunden und Entwickeln einer persönlichen Beobachtung. Deine Notiz wird dabei nicht automatisch geteilt.